Karl-Jaspers-Klinik
Psychiatrieverbund
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„Das, worum es hier geht, ist total normal“
Karl-Jaspers-Klinik (KJK) eröffnet die fünfte Tagesklinik in Brake
Mit Tänzen und Theaterszenen weihten
Patienten der KJK-Theatergruppe „Total normal“ die neue Tagesklinik ein.
Die Theatergruppe der KJK "Total normal" rockte die Bühne. Foto: Kreiszeitung Wesermarsch
„Das, worum es hier geht, ist total normal“, sagte Heiner Pott, Staatssekretär im Niedersächsischen Sozialministerium, am Mittwoch vor mehr als 120 Gästen. Jeder kenne jemanden, in seiner Familie oder seinem Freundeskreis, der psychisch erkrankt ist, trotzdem stelle die Psychiatrie in unserer heutigen Gesellschaft immer noch ein Tabuthema dar. Dass psychische Erkrankungen aber „total normal“ sind und mitten im Leben passieren, zeigte die bunte und lebendige Einweihungsfeier der Karl-Jaspers-Klinik in Brake.
Mit der fünften Tagesklinik der KJK in Brake sind neue Strukturen geschaffen und die regionale Versorgung in der Wesermarsch ist deutlich verbessert worden. „Dank der leichteren Erreichbarkeit, dem Engagement und der Unterstützung des Teams und der Klinik kommen die Menschen früher zu einer Behandlung“, so Prof. Dr. Gerd Schwandner, KJK-Aufsichtsratsvorsitzender.
Die bessere Versorgung der Menschen in der Wesermarsch hob auch Landrat Michael Höbrink hervor. Im ländlichen Raum gebe es eine zu geringe Versorgung, insbesondere im psychiatrischen Bereich. Hier schaffe die Tagesklinik mit der angeschlossenen Institutsambulanz Abhilfe.
„Hoffnungslosigkeit ist die schon vorweggenommene Niederlage“, sagte Roland Schiefke, Bürgermeister der Stadt Brake. Er lobte die „hervorragenden Räumlichkeiten und die positive Umgebung“, die den Menschen zu neuer Hoffnung verhelfen solle. Das Konzept der Tagesklinik bietet den Patienten die Möglichkeit, sich Hilfe in ihrer Lebenskrise zu suchen, ohne das gewohnte Umfeld zu verlassen. Mit zwölf Behandlungsplätzen können psychisch erkrankte Menschen den Weg zurück in den Alltag finden, ohne dass sie vollstationär aufgenommen werden müssen.
Das Therapieprogramm entspricht vom Angebot her einer vollstationären Behandlung, allerdings sind die Patienten nur von 8 - 16 Uhr betreut. Sie sind stabil genug, um abends und am Wochenende alleine, mit ihren Lebenspartnern oder ihrer Familie zusammen zu sein. Die Zielgruppe sind Menschen mit psychischen und psychosomatischen Erkrankungen. Deren Behandlungen können vielseitig sein. Sie reichen von Einzel- und Gruppengesprächstherapie über Ergotherapie, Konzentrations- und Gedächtnisübungen, Sport, Kochen, Backen bis hin zu Außenaktivitäten, die von den Patienten mit bestimmt werden.
„Die
therapeutische Gemeinschaft der Mitpatienten ist das Wichtigste an der
Tagesklinik“, fasste Dr. Claus Bajorat, leitender Oberarzt, zusammen. Der
Leiter des Alten- und Pflegeheims Christophorushaus, das einen Flügel an die
Tagesklinik vermietet, betonte die bisherige sehr gute Zusammenarbeit mit der
KJK und schenkte gemeinsam mit Vorstandsvorsitzender Annegret Miller Brot und
Salz zum Einzug.
Text: Janna Hadtstein
Brot und Salz zur Eröffnung (von links): Michael Höbrink, Gerd Schwandner, Roland Schiefke, , Axel Weber, Michael Wilhelm. Foto: Kreiszeitung Wesermarsch
Amtsgerichtsdirektor Otto Hüfken aus Emden wird ehrenamtlicher Patientenfürsprecher
In einigen Bundesländern ist er eine Pflicht-Institution, in der Karl-Jaspers-Klinik, Fachkrankenhaus für Psychiatrie und Psychotherapie, hat man sein Amt freiwillig geschaffen: der Patientenfürsprecher. Er soll die Anliegen der Patientinnen und Patienten gegenüber der Klinikleitung vertreten. „Wir freuen uns sehr, dass wir eine erfahrene Persönlichkeit gewinnen konnten“, sagt KJK-Geschäftsführer Axel Weber. Otto Hüfken, Direktor des Amtsgerichts Emden, bekleidet das Ehrenamt des Patientenfürsprechers seit Jahresbeginn an der KJK. Die Psychiatrie ist für den 62-jährigen Juristen kein Neuland, denn er ist auch stellvertretender Vorsitzender der gesetzlich verankerten Besuchskommission für die Region Weser-Ems-Nord, die sich um die Angelegenheiten der psychiatrischen Krankenversorgung kümmert.
Amtsgerichtsdirektor Otto Hüfken
Geplant ist, dass der Patientenfürsprecher Otto Hüfken einmal im Monat eine regelmäßige Sprechstunde in der Klinik anbietet. Darüber hinaus ist er auch schriftlich oder per E-Mail für die Patienten zu erreichen. Ausgenommen sind die Patienten der Forensik. Hüfken ist gespannt auf sein neues Amt und möchte, dass beide Seiten davon profitieren: „Ich handele selbstverständlich auch im Interesse der Karl-Jaspers-Klinik, da ich unberechtigte Beschwerden der Patienten nicht weiterleite. Es ist von Vorteil, wenn man Probleme innerhalb des Hauses klären kann.“
Axel Weber sagt: „Wir haben lange nach der geeigneten Besetzung für dieses Amt gesucht. Mit Otto Hüfken bekommen wir eine wertvolle Unterstützung. Wir nehmen dadurch die Patienten ernst. Sie werden mit ihren Belangen in den Mittelpunkt gerückt. Positive und negative Anregungen laufen nicht ins Leere, sondern wir nehmen sie wahr.“ Geschäftsführer, Ärzte und Pflegende möchten die Patientinnen und Patienten dazu ermutigen, sich an den Patientenfürsprecher zu wenden.
Informationen zur Kontaktaufnahme finden Sie hier.
Die Geschäftsführung der Karl-Jaspers-Klinik hat eine Publikation herausgebracht, die den Titel „Jahre des Umbruchs 2007-2011“ trägt.
Der Zeitraum umfasst die ereignisreichen Jahre seit dem Verkauf und der Privatisierung des Krankenhauses. Seit 2007 hat sich die Karl-Jaspers-Klinik neu ausgerichtet und entwickelt. Viele unterschiedliche Autoren haben zu den 68 Seiten komprimierter Information beigetragen. Gezeigt wird der Wandel des Landeskrankenhauses zu einem modernen Kompetenzzentrum seelischer Gesundheit. Die Chefärzte stellen ihre jeweilige Klinik mit dem medizinisch-therapeutischen Konzept und der Spezialisierung dar. Die Co-Therapien, die Personalabteilung, das Gebäudemanagement, Qualitätsmanagement und Öffentlichkeitsarbeit laden zum Lesen eines je eigenen Kapitels ein. Auch der Betriebsrat ist in dieser Imagebroschüre mit einem Beitrag vertreten.
Die
Broschüre ist an der Information (Haupteingang) oder über die Presse- und
Öffentlichkeitsarbeit, Barbara Wündisch-Konz, Tel. 0441/9615-330, erhältlich.
KJK-Report "Jahre des Umbruchs 2007-2011".pdf
Zu Jahresbeginn 2012 ist offiziell eine neue Namensgebung für die Gebäude der Karl-Jaspers-Klinik in
Kraft getreten. Die Stationsgebäude tragen nun Namen von Personen, die mit Karl Jaspers zu
tun hatten oder sich in der Psychiatrie und Psychotherapie einen Namen gemacht
haben. Illustre Namen wie Hannah Arendt und Sigmund Freud finden sich darunter,
aber auch weniger bekannte, wie Jeanne Hersch oder Ludwig Binswanger. Es lohnt
sich, sie kennen zu lernen.
Informationen zu den neuen Namensgebern finden Sie hier.
Für eine bessere Orientierung hat die KJK ein gänzlich neues Wegeleitsystem bekommen. Im Zuge der Umbenennung sind die Stationen logisch durchnummeriert worden. Die Allgemeinpsychiatrie hat die Stationen A1- A10, die Suchtklinik S1- S6, die Gerontopsychiatrie G1- G4 und die Forensik F 1-4.
Fortbildungen
Im neuen Jahr wird die Reihe der Fortbildungsveranstaltungen für Mediziner, Psychologen und andere Berufsgruppen fortgesetzt. Dazu laden Geschäftsführer Axel Weber und Ärztlicher Direktor Prof. Dr. Jörg Zimmermann herzlich ein.
1) Musiktherapeutische Vorlesungsreihe:
Dienstag, 17.01.2012, 17.00 Uhr, Prof. Dr. Dr. h.c. Hans-Helmut Decker-Voigt (Hochschule für Musik und Theater Hamburg), "Diese Musik versteht mich". Zu den psychischen Funktionen der Musik unter therapeutischen Aspekten.
Dienstag, 22.02.2012, 17.00 Uhr, Prof. Dr. Dr. h.c. Hans-Helmut Decker-Voigt (Hochschule für Musik und Theater Hamburg), "Musik als Kunst in der Heilkunst Medizin". Musiktherapeutische Aspekte zur Musik in der Medizin.
Jeweils mit Musik- und Fallbeispielen über Audio bzw. Video sowie Gespräch mit dem Publikum.
Stellten den Tagungsband der Öffentlichkeit vor (von links): Prof. Dr. Jörg Zimmermann, Dr. Alfred Fleßner, Hedwig Thelen, Edda Minssen und Dr. Ingo Harms. Foto: Barbara Wündisch-Konz
Forscher/innen stellen Tagungsband zu NS-„Euthanasie“ und lokalem Krankenmord in Oldenburger Heimen und Anstalten vor
Nach einer Fachtagung des
"Arbeitskreises zur Erforschung der nationalsozialistischen 'Euthanasie' und
Zwangssterilisation" im September 2009 in der Karl-Jaspers-Klinik ist jetzt ein Buch erschienen. Es trägt den Titel "NS-'Euthanasie' und lokaler Krankenmord in Oldenburg, Klingenmünster und Sachsen. Erinnerungskultur und Betroffenenperspektive" und legt eindrücklich den Forschungsstand über den NS-Krankenmord in
Oldenburg durch eine Reihe von Vorträgen dar.
Der Tagungsband Nr. 6 aus der Reihe „Berichte des Arbeitskreises“ beinhaltet neben Texten zu Geschehnissen in Sachsen und in der Heil- und Pflegeanstalt Klingenmünster die Aufsätze der Oldenburger Historiker/innen Hedwig Thelen, Dr. Alfred Fleßner und Dr. habil. Ingo Harms. Dabei wird der historische Kenntnisstand über die Tötung von Hunderten von Patienten in damaligen oldenburgischen Heimen und Anstalten nicht bloß rekapituliert, sondern in neue Zusammenhänge gestellt. So geht Ingo Harms der Frage nach, welche Vorläufer die NS-„Euthanasie“ hatte und findet überraschende Antworten in den Dokumenten über Wehnen, dem Oldenburger Gertrudenheim und Kloster Blankenburg. Hedwig Thelen entwickelt aus Briefen von Patienten, die sie in den Krankenakten gefunden hat, einen beklemmenden Einblick in den Anstaltsalltag der Heil- und Pflegeanstalt Wehnen während der Krankenmord-Epoche. Alfred Fleßner stellt seine Arbeit mit Angehörigen von Opfern des Krankenmordes vor und entwickelt daraus neue eine Perspektive zur Aufarbeitung dieser unfassbaren Geschehnisse.
Grußworte von Edda Minssen vom Gedenkkreis Wehnen, Professor Gisela Schulze vom Institut für Sonder- und Rehabilitationspädagogik der Uni Oldenburg sowie Professor Dr. Jörg Zimmermann von der Karl-Jaspers-Klinik, von deren Einrichtungen der Tagungsband finanziert wurde, geben den Forschungsarbeiten einen aktuellen Rahmen.
Der Tagungsband „NS-‚Euthanasie’ und lokaler Krankenmord in Oldenburg, Klingenmünster und Sachsen. Erinnerungskultur und Betroffenenperspektive“, Berichte des Arbeitskreises Nr. 6, ist im Verlag Klemm und Oelschläger in Münster erschienen, umfasst 160 Seiten und kostet 16 Euro.
Die Frage nach dem Sinn stand im Mittelpunkt des gut besuchten 2. Karl-Jaspers-Symposiums am 7. und 8. Oktober 2011 in der Karl-Jaspers-Klinik. An der Fachtagung nahmen Philosophen und Psychiater, Psychotherapeuten und Logotherapeuten der Schule von Viktor E. Frankl teil. „Es war eine gute und erfolgreiche Veranstaltung. Uns freut insbesondere die überregionale Beteiligung“, sagte Gastgeber Prof. Dr. Jörg Zimmermann, Ärztlicher Direktor und Chefarzt der Klinik für Allgemeinpsychiatrie der KJK.
Rund 100 Teilnehmer beschäftigten sich in Vorträgen und Arbeitsgruppen speziell mit der Frage des Sinnverlustes. Bei Depressionen und dem Erschöpfungssyndrom „Burnout“ könne eine Therapie neue Sinnhorizonte aufzeigen, auch wenn sie den Sinn nicht vorgebe, betont Zimmermann. Die Logotherapie stehe religiösen Fragen offengegenüber, sie betrachte Religion als Ressource. Sehr wichtig für die Sinnerfüllung seien auch die kreativen und Co-Therapien wie Kunst- und Theater-, Sport-, Bewegungs- und Musiktherapie. Krönender Abschluss des ersten Tages war ein Konzert mit der Oldenburger Sopranistin Irina Wischnizkaja und dem Pianisten Olaf Wiegmann. Die Künstlerin, die viele Jahre am Oldenburgischen Staatstheater tätig war, sang Arien aus Opern und Operetten und erhielt sehr viel Beifall.
Die Philosophie ist eine wichtige wissenschaftliche Grundlage für die Psychiatrie. Der Oldenburger Philosoph Karl Jaspers (1883-1969) wirkte zunächst als Psychiater („Allgemeine Psychopathologie“), ehe er sich der Existenzphilosophie zuwandte. Die Karl-Jaspers-Klinik arbeitet auf mehreren Gebieten mit der Carl von Ossietzky Universität zusammen, unter anderem mit Prof. Reinhard Schulz, dem Geschäftsführer der Karl-Jaspers-Vorlesungen.
Foto: Beim 2. Karl-Jaspers-Symposium gingen Referenten aus dem gesamten Bundesgebiet der philosophischen Frage nach dem Sinn nach (von links): Prof. Dr. Jörg Zimmermann (KJK), Dr. Dr. Reinhard. J. Boerner, Prof. Dr. Martin Ruchsow, Prof. Dr. Reinhard Schulz, Dr. Uwe Seeber (KJK), Marlies Hick-Mühl und Tobias Nolte (KJK). Foto: Barbara Wündisch-Konz
Der Chefarzt der Klinik
für Allgemeinpsychiatrie und Psychotherapie und Ärztlicher Direktor der Karl-Jaspers-Klinik (KJK), Dr.
Jörg Zimmermann, darf sich ab sofort Professor nennen. Er wurde jetzt durch die
Hochschule für Musik und Theater
Hamburg zum Professor ernannt. Der Karl-Jaspers-Klinik bleibt er aber in allen
seinen Funktionen erhalten. Mit dem neuen Titel verbindet sich eine Lehrbeauftragung
für die Fächer Psychiatrie und Psychotherapie am Institut für Musiktherapie in
Hamburg.
Im Rahmen eines
wissenschaftlichen Symposiums „Psychotherapie, Kunst und Musik“ würdigten KJK-Geschäftsführer
Axel Weber, Prof. Dr. Hans-Helmut Decker Voigt vom Hamburger
Musiktherapieinstitut und weitere hochkarätige Redner die akademische Ehrung am
Dienstag vor rund 130 Gästen.


02.02.12
Tagesklinik Brake eingeweiht01.02.12
Weiteres Angebot der KJK: Patientenfürsprecher12.01.12
Neue Broschüre "Jahre des Umbruchs 2007-2011"12.01.12
Stationen und Gebäude haben neue Namen11.01.12
Aktuelle Fortbildungen im Januar und Februar10.11.11
Gegen das Vergessen - Aktive Zusammenarbeit mit dem Gedenkkreis12.10.11
Die Frage nach dem Sinn - Philosophie und Psychiatrie beim 2. KJK-Symposium30.09.11
Chefarzt Dr. Jörg Zimmermann zum Professor ernannt