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Karl-Jaspers-Klinik

Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie

Medizinischer Campus Universität Oldenburg, Fakultät für Medizin und Gesundheitswissenschaften

Die Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie hat vier Stationen. Klinikdirektor ist Prof. Dr. Dr. René Hurlemann. Informationen zu Forschung und Lehre finden Sie hier.

Station A 2

 Telefondurchwahl: 0441 / 9615 -302

Die Station A 2 ist eine allgemeinpsychiatrische Aufnahmestation mit dem Schwerpunkt der Akutbehandlung von depressiven und bipolaren Erkrankungen, Lebenskrisen und akuten Belastungsreaktionen.
Darüberhinaus bietet die Station die Behandlung von Angst- und Zwangserkrankungen. Die Aufnahme kann nach voriger Vereinbarung erfolgen. Es besteht auch die Möglichkeit der Sofortaufnahme.

Behandelt werden Menschen im Alter von 18 bis 65 Jahren im Einzel- und gruppentherapeutischen Setting. Es gibt 18 Behandlungsplätze.

Das individuelle Ziel der Behandlung wird mit dem Patienten erarbeitet und festgelegt. Ziele sind Linderung und Umgang mit den krankheitsbedingten Symptomen sowie die Stabilisierung des Gesundheitszustandes, um wieder am gesellschaftlichen und beruflichen Leben teilzunehmen.

Station A 7

Telefondurchwahl: 0441 / 9615 -433

Die Station A 7 ist eine allgemein-psychiatrische Aufnahmestation für Frauen und Männer im Alter zwischen 20 und 65 Jahren in akuten Krisensituationen oder mit akuten psychischen Erkrankungen.

Angeboten wird ein ruhiges therapeutisches Milieu mit zunächst stabilisierenden Behandlungselementen und individueller Behandlungsplanung, Kontaktaufnahmen mit den Weiterbehandlern nach Entlassung bzw. Weitervermittlung zu spezialisierten Therapieangeboten.

Die Station ist fakultativ geschlossen, so dass auch Menschen auf der Grundlage gesetzlicher Unterbringungsbeschlüsse behandelt werden können.

Das Team der Station achtet den erkrankten Menschen als selbstbestimmte Person mit ihrer individuellen Biografie, die auf Grund ihrer psychischen Situation Hilfe, Begleitung, Unterstützung und Pflege benötigt.

Zur stationären Behandlung gehören neben regelmäßigen Gesprächen mit den Therapeuten und Bezugspflegenden auch die medikamentöse Therapie und die Ergotherapie auf der Station. Weiterhin werden umfangreiche Angebote an kreativen Therapien vorgehalten: Poesie- und Bibliotherapie auf der Station, Bewegungs-, Kunst- und Theatertherapie in den entsprechenden spezialisierten Bereichen.

Station A 8

Telefondurchwahl: 0441 / 9615 -236

Auf der geschlossenen Station A 8 werden Patientinnen und Patienten im Rahmen von akuten Krisensituationen unterschiedlicher Ursachen aufgenommen.

Alle akuten psychiatrischen Störungen (Psychosen, Manien, Depressionen, Belastungsreaktionen) werden multiprofessionell durch ein differenziertes Therapieangebot (Gesprächs-, Pharmako-, Ergo-, Bewegungstherapie etc.) behandelt. Diagnostik und Therapie werden auf den individuellen Bedarf ausgerichtet und sollen der bestmöglichen Beschwerde- und Symptomlinderung dienen.

Dabei steht die Förderung von Selbsthilfekompetenz im Vordergrund. Angehörige werden z.B. durch psychoedukativ orientierte Angehörigengruppen mit einbezogen. Bei längerem stationären Behandlungsbedarf kann eine Verlegung auf eine weiterführende, offene Spezialstation erfolgen.

Im Sinne einer modernen Sozialpsychiatrie legen wir Wert auf die frühzeitige Zusammenarbeit mit unseren ambulanten Partnern, um die Schnittstelle zwischen stationärer und ambulanter Therapie für den Patienten möglichst unproblematisch zu gestalten und eine weiterführende Betreuung sicherzustellen.

 

Station S 1

Telefondurchwahl: 0441 / 9615-291

Die Station S1  bietet ein etabliertes Behandlungskonzept für Personen mit einer Borderline-Störung und Begleiterkrankungen an: die Dialektisch-Behaviorale Therapie (DBT). Seit 2009 ist die Station S1 der Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie eine zertifizierte DBT-Station nach den Richtlinien des Deutschen Dachverbandes DBT e. V. (DDBT).  Die DBT wurde von Marsha M. Linehan als störungsspezifisches Behandlungskonzept für emotional-instabile PatientInnen entwickelt. Sie umfasst ein strukturiertes gruppentherapeutisches Behandlungsangebot, welches eng mit der Einzeltherapie verzahnt ist.

In der Karl-Jaspers-Klinik werden auf der DBT-Station 20 Patienten (davon ein Tagesklinikplatz) in zwei Behandlungsgruppen behandelt.Die Unterbringung erfolgt in 2-Bettzimmern auf zwei Etagen. Die Station hat neben den Patientenzimmern und Funktionsräumen auch Gruppenräume und Wohnbereiche, sowie eine Stationsküche.

Inhaltlich ist die DBT in 5 Bereiche aufgeteilt: 

• Förderung der Achtsamkeit/Aufmerksamkeitslenkung auf die Gegenwart 

• Umgang mit Stress und innerer Anspannung, Reduktion von Hochstressphasen

• Verbesserung der Wahrnehmung und Regulation von Gefühlen

• Gestaltung von zwischenmenschlichen Beziehungen

• Stärkung des Selbstwertes

Nach den Behandlungsleitlinien der führenden Fachgesellschaften (AWMF) ist die DBT derzeit die Behandlungsmethode der 1. Wahl und als Therapieverfahren derzeit wissenschaftlich am besten abgesichert („Goldstandard“).

Spezielle Behandlungsangebote der Universitätsklinik

Die Dialektisch-Behaviorale Therapie (DBT)

Für Patienten mit einer emotional-instabilen Persönlichkeitsstörung (vom Borderline- oder impulsiven Typus) wurde durch die amerikanische Psychiaterin Dr. Marsha Linehan ein spezifisches verhaltenstherapeutisches Programm entwickelt, das einen hochstrukturierten Therapieablauf bietet.

Das Therapieprogramm

Im Zentrum des DBT-Programms steht das Fertigkeitentraining (Skillstraining). Wesentliche Themen im Skillstraining sind der Umgang mit Hochspannung (Reduzierung von selbstverletzendem Verhalten, unkontrollierter Wut), Förderung der inneren Achtsamkeit, die Gestaltung zwischenmenschlicher Kontakte und die Emotionsregulation. Patienten entscheiden individuell, welche die für sie/ihn effektivsten Wege zur Ablenkung und Selbstberuhigung unter Hochstress sind, wie Probleme im zwischenmenschlichen Bereich anzugehen sind, wie Emotionen, unter Anwendung der inneren Achtsamkeit, besser wahrgenommen und reguliert werden können.

Ablauf der dialektisch behavioralen Therapie (DBT) in der Karl-Jaspers-Klinik

Vor der stationären Aufnahme (Station S1) sind die Teilnahme an mindestens einem Vorgespräch und an der vorstationären DBT-Gruppe Bestandteil des DBT-Programms.

Das Vorgespräch dient dazu, eine genaue Diagnostik durchzuführen, die aktuellen Lebensumstände und Ziele zu erfassen und Sie bezüglich der weiteren Behandlungsmöglichkeiten zu beraten. Ferner überprüfen wir, ob die DBT ein geeignetes Therapieprogramm darstellt. Wir informieren Patienten über die Inhalte und den Ablauf der DBT und die Aufnahmemodalitäten. Es gilt zu beachten, dass ein Vorgespräch noch keine Aufnahme in die DBT garantiert, da wir zunächst sicherstellen möchten, dass eine eventuelle DBT-Therapie zum persönlichen Anliegen passt.

Im Falle einer DBT-Empfehlung wird Patienten eine Einladung für die vorstationäre Gruppe zugeschickt, an welcher diese lediglich einmal vor der Aufnahme teilnehmen müssen. In der vorstationären Gruppe können Patienten bereits Ihre Behandlungsziele für die DBT festlegen und andere Patienten kennenlernen.

Die stationäre DBT in der Karl-Jaspers-Klinik wird in drei Modulen von je vier Wochen durchgeführt. Zwischen den Modulen liegen ambulante Übungsphasen von in der Regel mindestens 8 Wochen. Die stationäre Behandlungszeit von dreimal vier Wochen (insgesamt 12 Wochen) ist mit den gesetzlichen Krankenkassen vereinbart. Patienten der DBT gehen jedes Wochenende in eine Belastungserprobung, verbringen also eine Nacht (von Samstag auf Sonntag) in häuslicher Umgebung.

Im ersten Modul werden wir mit Patienten an der Reduzierung des suizidalen und parasuizidalen Verhaltens, der Erhöhung der Stresstoleranz, der Regulation von Suchtdruck und dissoziativen Phänomenen arbeiten. Dieses Modul kann ein in sich geschlossener Behandlungskomplex sein.

Es folgt eine ambulante Übungsphase von in der Regel acht Wochen. Patienten, die an der DBT teilnehmen, müssen grundsätzlich die Bereitschaft mitbringen, in der Zeit zwischen den stationären Modulen die bereits erlernten Fähigkeiten zu üben und zuhause im Alltag für sich umzusetzen und zu erproben.

Im zweiten Modul stehen die Wahrnehmung und das Regulieren von Gefühlen im Mittelpunkt der Behandlung. Die Nutzung von Skills wird gefestigt und auf den Bereich Gefühlsregulation ausgedehnt.

Auch nach der zweiten stationären Behandlungsphase üben die Patienten in einer in der Regel achtwöchigen Übungsphase, die erlernten Fertigkeiten im Alltag umzusetzen.

Das dritte Modul bietet die Möglichkeit, zwischenmenschliche Fertigkeiten zu verbessern und am Aufbau des Selbstwerts und an der Erhöhung der Lebensqualität zu arbeiten. Es dient wiederum der konkreten Vertiefung Ihrer persönlichen Skills, sowie dem Aufbau positiver Aktivitäten.

Im Anschluss an die stationäre DBT-Therapie besteht, solange keine psychotherapeutische Anbindung vorhanden ist, die Möglichkeit, an unserer ambulanten Nachsorgegruppe teilzunehmen. Es gilt zu beachten, dass eine Teilnahme an der Nachsorgegruppe während einer laufenden ambulanten Psychotherapie gesondert bei der Krankenkasse beantragt werden muss.

Die Nachsorgegruppe dient zur Festigung der erlernten Fertigkeiten im Alltag, zum Schutz vor Krisen und zur Erhaltung der verbesserten Lebensqualität. Die Nachsorgegruppe kann bis zu einer Gesamtbehandlungsdauer einem halben Jahr genutzt werden. Zusätzlich empfehlen wir ausdrücklich die Fortsetzung der ambulanten Psychotherapie.

Aufnahme zur DBT

Die Anmeldung zum Vorgespräch sollte durch Patienten selbst unter 0441- 9615 9536 erfolgen. Darüber erhalten Patienten einen Vorgesprächstermin. Wir schicken im Anschluss Informationen und Fragebögen zu, welche ausgefüllt zum Gespräch mitgebracht werden muss. Wie benötigen ebenfalls mögliche Vorbefunde, eine Krankenkassenkarte sowie eine Einweisung (vom Hausarzt oder Psychiater). Ohne die benötigten Unterlagen können wir leider kein Vorgespräch führen.

Sofern im Vorgespräch eine DBT-Empfehlung ausgesprochen wurde, bitten wir ab dem Folgetag um einen Rückruf, um den Teilnahmewunsch zu bestätigen. Wir setzen Patienten dann erst auf eine Warteliste und rufen an, sobald ein Therapieplatz frei wird. Ebenso nehmen wir telefonisch oder postalisch Kontakt auf, um zu einem einmaligen Termin zur vorstationären Gruppe einzuladen.

Telefonisch sind wir für Rückfragen zu erreichen: 0441-9615 9536 (Stationssekretariat)

Ihr Ansprechpartner


Prof. Dr. Dr. René Hurlemann
Direktor der Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie
Tel. (0441) 9615-1501 (Sekretariat) Foto: Universität Oldenburg
E-Mail
E-Mail Universität

Sebastian Spanknebel (M.Sc., M.A.)
EMS-Lehrkoordinator
Tel. (0441) 9615-1501 (Sekretariat)
E-Mail

Sprechzeit für Studierende

Dienstag 15.30 - 16.30 Uhr

Bitte melden Sie sich vorab per E-Mail Sebastian.Spanknebel@uol.de an.

Die European Medical School (EMS)

Dialektisch-­Behaviorale ­Therapie (DBT)

Stationäres Angebot für Patienten und Patientinnen mit einer Persönlichkeitsstörung

Offene Angehörigengruppe

der Klinik für Allgemeinpsychiatrie und Psychotherapie

Norddeutscher Psychiatrieverbund

Der Norddeutsche Psychiatrieverbund ist ein Zusammenschluss von sieben Universitätspsychiatrien aus Norddeutschland. Weitere Informationen finden Sie hier.

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