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Transkranielle Magnetstimulation (TMS)

Innovation in der Depressionsbehandlung

Transkranielle Magnetstimulation (TMS)

Obwohl es in der Depressionsbehandlung viele verschiedene Formen der Therapie gibt, können diese im Einzelfall aufgrund mangelnder Wirksamkeit unbefriedigend sein. Die Transkranielle Magnetstimulation, kurz TMS, bietet eine neue Form der Behandlung, ergänzend oder alternativ zu anderen Therapieformen. Die TMS ist frei von den Nebenwirkungen, die typischerweise mit antidepressiven Medikamenten in Verbindung gebracht werden, darunter Gewichtszunahme, Müdigkeit oder sexuelle Funktionsstörungen.

Weltweit wurde die TMS erfolgreich in sehr vielen Therapiestudien eingesetzt. Neue Stimulationsprotokolle wie die theta-burst-Stimulation (TBS) machen es heute möglich, dass der Therapieeffekt einer 45-minütigen Stimulationssitzung bereits nach 3 Minuten erreicht werden kann.

Dank der Unterstützung durch die Universitätsmedizin Oldenburg konnten wir für die Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie eines der modernsten TMS-Geräte in Deutschland anschaffen. Unser Behandlungsangebot steht sowohl stationär als auch ambulant behandelten Patienten an der Karl-Jaspers-Klinik zur Verfügung.

Transkranielle Magnetstimulation zur Behandlung von Depressionen

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Was passiert bei transkranieller Magnetstimulation (TMS) genau?

Bei der TMS wird eine Magnetspule am Kopf angelegt. Die von der Spule ausgehenden Impulsserien führen zu einer anhaltenden Anregung der Nervenzellaktivität. Auf diese Weise wird die Netzwerkstörung, die der Depression nach heutigem Verständnis zugrundeliegt, normalisiert. Eine Behandlung mit TMS kann die üblichen medikamentösen und psychotherapeutischen Behandlungen ergänzen und helfen, wenn Medikamente und Psychotherapie allein nicht für einen Therapieerfolg ausreichen.

Wie lange muss eine Depression bereits vorliegen, bevor die Therapie mit TMS sinnvoll ist?

In den bisher durchgeführten TMS-Studien handelte es sich größtenteils um Patienten, bei denen andere Therapieverfahren zur Depressionsbehandlung nicht erfolgreich waren. Wird zu einem früheren Zeitpunkt im Erkrankungsverlauf mit der TMS-Behandlung begonnen, ist sogar mit einer besseren Wirkung zu rechnen. Sie müssen also nicht besonders schwer erkrankt sein, um von der Therapie mit TMS zu profitieren.

Welche Besserungen können mit der Behandlung eintreten?

Die positiven Effekte der TMS-Therapie können sehr unterschiedlich sein. So berichten einige Patienten über mehr Klarheit im Kopf und bessere Kontrolle über negative Denkmuster, andere über mehr Energie im Tagesverlauf und eine Besserung von Appetit und Nachtschlaf. Insgesamt erleben die meisten Patienten Behandlungsverlauf eine spürbare Besserung einzelner Symptome oder der Erkrankung insgesamt. Mit der TMS können in vielen Fällen Symptome wie schlechte Stimmung, quälende Antriebslosigkeit, negatives Selbstbild und das Gefühl, mental nicht mehr leistungsfähig zu sein, substanziell gebessert werden.

Welche Nebenwirkungen können im Rahmen der Behandlung auftreten?

Die TMS wird von fast allen unserer Patienten ohne Nebenwirkungen vertragen. Dauerhafte Begleiterscheinungen oder gar Veränderungen an der Hirnsubstanz sind nicht zu befürchten. Es handelt sich also um ein risikoarmes und dennoch effektives Verfahren. Über sämtliche mögliche Nebenwirkungen informieren wir Sie zudem im Rahmen des Vorgesprächs bzw. bei der Erstuntersuchung in der Klinik.

Erstatten die Krankenkassen die TMS?

Die gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) erstatten diese Behandlung noch nicht, wohingegen die meisten privaten Versicherungen (PKV) die Kosten übernehmen. Es ist aber zu empfehlen, dies jeweils mit dem Versicherer vorher abzuklären. Wir unterstützen Sie dabei gerne mit den erforderlichen Unterlagen. Es gibt für gesetzlich versicherte Patienten jedoch die Möglichkeit, im Rahmen der Teilnahme an einer laufenden klinischen Studie eine TMS-Behandlung kostenfrei zu erhalten. Über unsere Studienaktivitäten informiert sie das TMS-Behandlunsgteam sehr gern. Sollte eine Studienteilnahme nicht in Betracht kommen, ist auch die Eigenübernahme der Kosten möglich (Selbstzahlung).

Wie lange dauern die Stimulationsbehandlungen?

Bis auf die erste Sitzung, die etwa 60 Minuten beansprucht, dauert eine reguläre Behandlungssitzung ca. 20 Minuten. Die Behandlungen werden in der Regel mindestens einmal, meist mehrfach täglich von Montag bis Freitag vorgenommen. Wir beginnen üblicherweise mit einer zwei- bis dreiwöchigen Behandlungsserie, doch in vielen Fällen entscheiden sich die Patienten für eine Weiterführung der Therapie, um Behandlungserfolge zu stabilisieren und zu stärken.

Wie wurde die Behandlung klinisch-wissenschaftlich getestet?

Es gibt zahlreiche Sham-kontrollierte Studien, die antidepressive Effekte der TMS dokumentiert haben. Inzwischen ist die Wirksamkeit von TMS als antidepressives Behandlungsverfahren meta-analytisch gesichert, so dass die S3-Leitlinie Unipolare Depression die TMS-Behandlung als Therapieoption bei Patienten benennt, die von einer Pharmako- oder Psychotherapie bisher nicht profitieren konnten. Von wissenschaftlichem Interesse ist die Frage, ob auch Patienten von TMS profitieren, die zusätzlich zu ihrer Depression an weiteren psychischen Erkrankungen leiden. Dieser Frage gehen wir in unseren Studien nach. Und selbst wenn die TMS nicht den gewünschten antidepressiven Behandlungserfolg herbeiführt, ist keineswegs das „Ende der Fahnenstange" erreicht. An der Universitätsklinik werden neuartige Therapien durchgeführt und im Rahmen von Studien evaluiert. Dies betrifft sowohl neue medikamentöse Optionen (Esketamin) als auch invasive Hirnstimulationsverfahren, darunter die Vagusnervstimulation (VNS).

Weitere Informationen finden Sie auch hier:

https://www.hurlemannlab.com/tms-behandlung

TV Beitrag O-Eins / Depressionen / Forum Gesundheit

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Haben Sie Fragen? Dann wenden Sie sich gerne an uns!

Wenn Sie sich für ein Beratungsgespräch anmelden möchten, kontaktieren Sie bitte das TMS-Behandlungsteam an der Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie und vereinbaren einen Gesprächstermin:
Chefsekretariat: +49 (0)441 9615 1501


Prof. Dr. Dr. René Hurlemann
Direktor der Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie
Tel. (0441) 9615-1501 (Sekretariat)
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