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Karl-Jaspers-Klinik

"Impulskontrollstörungen - Stimulation im Netz"

Frau Prof. Dr. med. Alexandra Philipsen als Klinikdirektorin und Leiterin der Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Fakultät für Medizin und Gesundheitswissenschaften wird Sie als Moderation des Aktionstags durch den interessanten Nachmittag leiten.

Dr. Helge Müller ist Psychiater und leitender Oberarzt der Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Fakultät für Medizin und Gesundheitswissenschaften. Herr Dr. Müller ist Experte in der Behandlung von Patienten mit affektiven Störungen. Er wird einen Überblick über derzeitige Behandlungsansätze im Bereich der Stimulationsverfahren in der Psychiatrie geben.

Hier geht es zum Tagesprogramm.


Affektive Störungen und Stimulationsverfahren in der Psychiatrie

Sogenannte Neurostimulationsverfahren wie Vagus-Nerv-Stimulation, transkranielle Magnetstimulation oder Tiefenhirnstimulation nehmen neben psychotherapeutischen und medikamentösen Verfahren einen wichtigen Platz in der Behandlung depressiver Erkrankungen ein.

Im Rahmen eines Übersichtsvortrags sollen hier die verschiedenen Verfahren dargestellt werden.

Dr. Jan Kalbitzer ist Buch-Autor und Psychiater an der Charité Berlin und berichtet von seiner Forschung und den Ansätzen aus seinem aktuellen Buch (Digitale Paranoia: Online bleiben, ohne den Verstand zu verlieren, C.H.Beck, Herbst 2016). Er plädiert dafür, das Internet als ein Zukunftsprojekt zu betrachten, dass gerade wir Ärzte und Therapeuten durch unsere Haltungen und Meinungen positiv mitgestalten können und müssen - statt den Kopf in den Sand zu stecken oder Angst zu verbreiten.

Eine Frage der (Impuls-)Kontrolle: das Internet als unbegrenzte Ressource vs. neuronale Überstimulation

Viele Menschen beschreiben, dass sie oft im Internet „versacken“ und dort auf einmal viel mehr Zeit verbringen, als sie eigentlich vorhatten. Und schwierig wird das vor allem dann, wenn andere Aufgaben vernachlässigt werden, die eigentlich in dieser Zeit getan werden müssten. Aber so weit kommt es oft nicht - bei den meisten Menschen ist es eher ein diffuses Gefühl, nicht das zu tun, was sie eigentlich tun wollen oder sollten.

Aber warum fällt es uns sehr schwer, unsere Impulse in Bezug auf das Internet zu regulieren? Hat das etwas damit zu tun, dass das Internet es uns erlaubt, die Intensität sozialer Kontakte und Herausforderungen ziemlich genau unseren Bedürfnissen anpassen, also unliebsames einfach „wegzuklicken“ und attraktiveren Dingen nachzugehen? Oder hat es etwas mit einer zunehmenden Unfähigkeit zum „Belohnungsaufschub“ zu tun, wenn wir immer sofort nachschauen, was bei unseren Kontakten oder in diesem spannenden digitalen Raum - in dem das ständige Versprechen spektakulärer Neuigkeiten herrscht - so los ist?

Ist das ein Gewöhnungsprozess und ein gesellschaftlicher Paradigmenwandel, bei dem wir nur Zeit brauchen, um einzusehen, dass z.B. analoge Freunde und Fussballspielen gar nicht besser sind als digitale Freunde und Clash of Clans? Oder sind wir bereits Opfer unserer ungehemmten Bedürfnisse? Und wenn das so wäre: was können wir dann dagegen tun? Können wir allein damit fertig werden oder brauchen wir völlig neue Regeln und Umgangsformen (oder gar alle Therapie, weil wir Opfer einer Internet-Sucht-Epidemie sind)?

Eine  Anmeldung ist per Mail: andrea.klausen@kjk.de oder telefonisch (0441/9615287) möglich.

Meldung vom 20.06.2016
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