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Karl-Jaspers-Klinik

6. Aktionstag Demenz am 08.11.16

Am 08.11.2016 fand zum inzwischen 6. Mal der „Aktionstag Demenz“ der Klinik für Gerontopsychiatrie statt, diesmal in den Räumen der Wandelhalle Bad Zwischenahn. Rund 160 Interessierte, vor allem professionell Pflegende, aber auch Betroffene, Angehörige und Ärzte nahmen an der Veranstaltung teil. Im Mittelpunkt des Tages stand der Fachvortrag von Herrn Professor Hans Förstl von der TU München, einem der führenden Alzheimer-Forscher Deutschlands.

Professor Förstl gab dem schwierigen Thema, wo wir bei den Therapiemöglichkeiten der Alzheimer-Demenz heute stehen, einen gewohnt humorigen Rahmen und betonte, wie sehr nicht die Auseinandersetzung mit den erhofften (aber nicht realistischen) „Therapiewundern“, sondern vielmehr ein anderer Umgang mit der Erkrankung selber wichtig ist. Lebensführung, Lebenseinstellung und Bewegung seien auch heute noch wichtigere Säulen von Prävention und Behandlung als Medikamente. Auf diesem Gebiet sei im kommenden Jahrzehnt sowieso nicht mit bahnbrechenden Neuigkeiten zu rechnen, so Förstl. Zwar seien monoklonale Antikörper gegen spezielle Eiweiße, die für die Alzheimer-Demenz typisch sind, in der Entwicklung und auch erfolgversprechend, jedoch werde sich auch in Zukunft hieraus keine Therapie für die „breite Masse“ ableiten. Förstl betonte, wie wichtig trotz einer solchen Diagnose das Festhalten an Freude im Leben und an den guten Dingen sei, um den Krankheitsverlauf positiv zu beeinflussen. Der Vortrag wurde allgemein als sehr positiv und informativ gewertet.

Im zweiten Teil der Veranstaltung konnten die Teilnehmer Einzelthemen in Workshops vertiefen. Neben Sandra Eisenberg, Hamburg, die der Gerontopsychiatrie der KJK bereits seit Jahren eng verbunden ist und die auch in diesem Jahr über 90 Interessierten Wege aufzeigte, wie sie mit den typischen Verhaltensauffälligkeiten Demenzerkrankter umgehen können, gaben die Psychologinnen Annika Eilers und Josefina Hohnhorst (beide Gerontopsychiatrie der KJK) Einblicke in die Neuropsychologie und zum Thema, wie aus einer Testung eine Diagnose entsteht. Anton Dohlen, Leitender Physiotherapeut in der KJK, ermunterte die Teilnehmer zur Bewegung (incl. Programm zum Mitmachen) und der Klinikdirektor Dr. Thomas Brieden zeigte auf, welche medikamentösen und nicht-medikamentösen Therapiemöglichkeiten für Demenzerkrankte heute bestehen.

Die Veranstaltung war die bisher bestbesuchte der Reihe und fand bei allen Teilnehmern hervorragende Resonanz. Der nächste „Aktionstag Demenz“ wird am 07.11.2017 stattfinden, u.a. mit einem Schwerpunkt auf „Gewalt in der Pflege“.

Meldung vom 15.11.2016
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Referenten (von links): Prof. Hans Förstl, Sandra Eisenberg, Dr. Thomas Brieden, Annika Eilers, Josefina Hohnhorst, Anton Dohlen und Imke de Reuter