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Karl-Jaspers-Klinik

Geschichte der Karl-Jaspers-Klinik

Die heutige Karl-Jaspers-Klinik nahm ihren Betrieb im Jahre 1858 als Krankenhaus für psychisch erkrankte Menschen im damaligen Großherzogtum Oldenburg auf. Von 1975-2007 war das Krankenhaus als Fachkrankenhaus für Psychiatrie und Psychotherapie in der Trägerschaft des Landes Niedersachsen. Diese endete mit dem 1. Juli 2007. Als das Land Niedersachsen entschieden hatte, das Landeskrankenhaus zu verkaufen, fand sich der Psychiatrieverbund Oldenburger Land gGmbH als Bieter zusammen. Neben großer Fachlichkeit stehen die Gesellschafter besonders für die Interessen des Oldenburger Landes. Sie stellen sicher, dass sich die psychiatrische Krankenhausversorgung an den Bedürfnissen der Menschen in der Region orientiert.

Im Jahr 2008 feierte die Karl-Jaspers-Klinik ihr 150-jähriges Bestehen. Hier lesen Sie einige wichtige Etappen auf dem Weg von der ehemaligen großherzoglich-oldenburgischen "Irrenheilanstalt zu Wehnen" hin zur modernen, regional vernetzten psychiatrischen Karl-Jaspers-Klinik. 

Von der Gründung bis zur Jahrhundertwende: 1858-1900

Nach mehrjähriger Planungs- und Bauphase wurde die heutige Karl-Jaspers-Klinik weit vor den Toren der Stadt Oldenburg als "Irrenheilanstalt zu Wehnen" am 15. März 1858 eröffnet. Ausgelegt war die Anstalt auf 80 Patienten. Diese Zahl stieg kontinuierlich. So befanden sich zur Jahrhundertwende bereits 225 Patientinnen und Patienten in der Einrichtung, die zu dieser Zeit "Heil- und Pflegeanstalt" hieß.

Von der Jahrhundertwende bis in die Weimarer Republik: 1900 - 1933

Die Bettenzahl stieg weiter und stetig an. Im Jahr 1911 zählte man 310 Patientinnen und Patienten bei 400 aufgestellten Betten. Daneben entwickelte sich die Anstalt zu einem umfangreichen Wirtschaftsbetrieb. Auf einer Fläche von mittlerweile 62 Hektar entstanden mehrere Krankenpavillons und Ökonomiegebäude. Nach dem Ersten Weltkrieg und in Folge der Weltwirtschaftskrise sank die Bettenzahl zwischenzeitlich auf 176 Betten ab. Bis zum Jahr 1933 stieg die Anzahl der Betten dann wieder auf 300. Bereits im Jahre 1907 begann die Ausbildung von pflegerischem Personal. 1920 wurde die Krankenpflegeschule gegründet.

Nationalsozialismus und Zweiter Weltkrieg: 1933 - 1945

Die nationalsozialistische Politik der Euthanasie betraf auch die Heil- und Pflegeanstalt Wehnen. Zwar ist eine direkte Beteiligung an der offiziellen "T4-Aktion", in der Patientinnen und Patienten zur Ermordung in eine der sechs zentralen Tötungsanstalten verlegt wurden, nicht belegt. Aufgrund der historischen Forschung neuerer Zeit kann es jedoch als gesichert angesehen werden, dass zahlreiche Patientinnen und Patienten einer "wilden Euthanasie" durch systematische und drastische Kürzungen der Lebensmittelrationen zum Opfer fielen. 
Die Erforschung dieses Kapitels der Klinkgeschichte wurde im Jahre 1997 mit dem Erscheinen des Buchs “Wat mööt wi hier smachten … - Hungertod und “Euthanasie” in der Heil- und Pflegeanstalt Wehnen im “Dritten Reich” (Druck- und Verlagscooperative; ISBN 3-925713-25-5) des Oldenburger Historikers Dr. Ingo Harms angestoßen. Im Anschluss an diese Veröffentlichung wurde der Gedenkkreis Wehnen e.V. gegründet, der sich die Aufarbeitung, Erforschung und das Gedenken an die Euthanasieopfer zum Ziel gesetzt hat. Dem großen Einsatz dieser privaten Initiative von Betroffenen ist es zu verdanken, dass auf dem Gelände der Klinik ein Denkmal für die Euthanasieopfer errichtet wurde und im Jahr 2004 die "Alte Pathologie" der Klinik zu einer Gedenkstätte mit einer ständigen Ausstellung umgewidmet wurde.

Die Karl-Jaspers-Klinik unterstützt den Gedenkkreis in seiner Arbeit.

Nachkriegszeit bis zur Psychiatrie-Enquete: 1945 - 1975

Die Zahl der Patientinnen und Patienten, von denen viele so genannte "Langzeitpatienten" waren, stabilisierte sich bei ca. 1000. Im Jahre 1974 wechselte das Krankenhaus aus der Trägerschaft des Landessozialhilfeverbandes in die des Bezirksverbands Oldenburg und 1975 schließlich  in die des Landes Niedersachsen. Das Krankenhaus wurde in "Niedersächsisches Landeskrankenhaus Wehnen" umbenannt.

Trägerschaft Land Niedersachsen, Landeskrankenhaus Wehnen: 1975- 2007

Das Krankenhaus entwickelte sich in der Trägerschaft des Landes Niedersachsen von einem eher unspezifischen psychiatrischen Großkrankenhaus zu einer modernen, überschaubaren psychiatrischen und psychotherapeutischen Fachklinik mit differenzierten und spezialisierten Behandlungskonzepten. Es wurden Stationen zur spezifischen Behandlung verschiedener psychiatrischer Krankheitsbilder eingerichtet, der tagesklinische Bereich wurde erweitert und das soziotherapeutische Angebot erheblich ausgeweitet. Schließlich wurde im Jahre 1990 der so genannte  "Langzeitbereich" aufgelöst. Die Bettenzahl reduzierte sich auf 425 Planbetten/Plätze.
Im Rahmen zahlreicher Sanierungs- und Umbaumaßnahmen wurde der bauliche Standard des Landeskrankenhauses deutlich verbessert. Inzwischen verfügt der größte Teil der Stationen überwiegend über Zwei- bis Dreibett-Zimmer mit eigenem Sanitärbereich.

Trägerwechsel und Regionalisierung, Psychiatrieverbund Oldenburger Land: seit 2007

Seit dem 1. Juli 2007 ist der Psychiatrieverbund Oldenburger Land gGmbH neuer gemeinnütziger Träger des ehemaligen Landeskrankenhauses Wehnen. Mit dem Psychiatrieverbund Oldenburger Land gGmbH setzt sich in der  Karl-Jaspers-Klinik die bewährte medizinisch-therapeutische und pflegerische Arbeit fort und entwickelt sich weiter.
Ziel ist die langfristige Verbesserung der Lebensqualität psychisch erkrankter Menschen. Durch die Vernetzung von stationären, teilstationären und ambulanten Angeboten  wird die Versorgung der Patientinnen und Patienten noch stärker an deren Bedürfnissen ausgerichtet. Dies soll es Menschen in akuten seelischen Krisen ermöglichen, die erforderliche Behandlung in Tageskliniken, Institutsambulanzen und in ihrem sozialen Umfeld zu organisieren. Damit entwickelt sich für die Patientinnen und Patienten, deren Angehörige und die Bewohner der Region die Qualität der medizinischen und therapeutischen Versorgung fortlaufend weiter.

Unter der neuen Geschäftsführung wurden ab 2007 in kurzer Zeit alle noch verbliebenen Wachsäle zurückgebaut. Seit Anfang 2014 ist die Trennung der Stationen nach Geschlechtern aufgehoben.

Damals und heute

Blick von Südwesten auf die heutige Station S3, links das Wirtschaftsgebäude, um 1900

Die heutige Station A6, Jugendstilvilla, um 1900.

Jahre des Umbruchs 2007-2011

Geschäftsbericht

Bericht aus den Jahren des "Umbruchs"

Nach fünf Jahren legte die neue Geschäftsführung einen ausführlichen Geschäftsbericht über die Jahre des Umbruchs 2007-2011 nach dem Trägerwechsel vor. Lesen Sie hier etwas über die spannende jüngere Geschichte der Neuausrichtung und Umstrukturierung der Karl-Jaspers-Klinik.